Das Projekt "Schwalbenpreis"

Artenschutz beginnt im Kindesalter

Das Projekt "Schwalbenpreis" stellt eine Zusammenführung von Naturschutzarbeit, Jugenderziehung und Umweltbildung dar. Zum einen wird das Ziel verfolgt, den Schwalbenbestand regional zu erfassen und dessen Lebensbedingungen zu verbessern, zum anderen eine breite Öffentlichkeit für den Artenschutz zu sensibilisieren. Darüber hinaus trägt das Projekt zu einer Stärkung ehrenamtlicher Aktivitäten bei, die durch den Preis eine Radierung mit Motiven des Malers und Graphikers Volker Hänsel in angemessener Weise gewürdigt werden. Letztlich wird auch der Erkenntnis Rechnung getragen, dass eine naturnahe Umwelt die Basis für eine nachhaltigen Fremdenverkehr bietet.

Der im Landkreis Nordvorpommern initiierte Artenschutzpreis für Schwalben wurde nach langer Vorbereitungszeit unter Mitarbeit der unteren Naturschutzbehörde Stralsund, des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur Stralsund, des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie, vieler Helfer des Naturschutzbundes Deutschland sowie insbesondere durch die Lokalredaktion der Ostsee-Zeitung erstmals 1998 in der Praxis umgesetzt.

Grundgedanke war es, auf eine touristische Besonderheit der Region Nordvorpommern aufmerksam zu machen: Im Landkreis sind die Bestände bei einer Vielzahl von Singvogelarten im Gegensatz zu anderen Regionen in Deutschland noch verhältnismäßig gut. Für die Beobachtung durch Kinder sind nicht alle Vogelarten so gut geeignet, wie die beiden Arten Rauch- und Mehlschwalbe. Von Beginn an war das Projekt auf die Einbindung möglichst vieler ehrenamtliche Tätigkeit des Artenschutzes ausgerichtet.

Im Jahr 1999 gelang es, annähernd 200 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren an der Projektarbeit zu beteiligen, die sich in diesem Jahr fortgesetzt hat. Ermöglicht wurde dies durch viele fleißige Mitarbeiter, insbesondere durch das Engagement von Lehrerinnen in der Region. Viele Schüler beteiligten sich am Zählen der Nester und führten Zähllisten. Andere beobachteten die Schwalben und schrieben ihre Erkenntnisse nieder. Selbst die Jüngsten malten Schwalbenmotive.

Allerdings sind sich viele Mitbürger der großen Bedeutung des Artenschutzes nicht bewusst. Bereits bei den Kindern solle das Interesse am Artenschutz geweckt und ein Heimatgefühl aufgebaut werden. Sie sollen erkennen, dass Vögel wie eine Schwalbe ein Bestandteil ihrer Heimat sind und es sich lohnt, sich für deren Arterhaltung einzusetzen. Das Interesse für eine Resonanz auf den Preis waren bisher sehr erfreulich. Die zunehmende Zahl von Veröffentlichungen in der Lokalpresse lässt annehmen, dass der Artenschutzgedanke mehr beachtet wird.

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